Afrikanische Entwicklungstrends: auch Subsahara-Afrika könnte die Millennium Development Goals (MDGs) erreichen

Afrikanische Entwicklungstrends: auch Subsahara-Afrika könnte die Millennium Development Goals (MDGs) erreichen

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Loewe, Markus
Analysen und Stellungnahmen 7/2010

Bonn: German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Vor zehn Jahren haben die Vereinten Nationen (VN) acht Millennium Development Goals (MDGs) mit 21 Unterzielen formuliert, die konkrete Fortschritte bei Armutsbekämpfung,Bildung, Gesundheit, Umweltschutz und anderen Themen zwischen 1990 und 2015 vorsehen. Bei der Umsetzung dieser Ziele bestehen sehr große Unterschiede zwischen den Weltregionen: Ostasien, Südostasien und Osteuropa sind auf gutem Weg, mindestens die Hälfte zu erreichen, während Subsahara-Afrika wohl höchstens drei Unterziele umsetzen wird. Dies hat schon
viele veranlasst, nach den Gründen für das „Versagen“ des Kontinents zu fragen und festzustellen, dass die MDGs schlicht „zu hohe Ziele für Afrika“ seien. Eine solche Sicht auf Subsahara-Afrika als Ganzes verstellt den Blick dafür, dass es innerhalb der Weltregion höchst unterschiedliche Erfolge bei der MDG-Umsetzung gibt. Neben Ländern, die fast keines der MDGs umsetzen können,gibt es auch hier Länder, die mit hoher Wahrscheinlichkeit
mindestens die Hälfte der MDG-Unterziele, für die überhaupt Daten vorliegen, erreichen werden. So haben bspw. schon heute drei Länder in Subsahara-
Afrika MDG1 (Halbierung des Anteils der Einkommensarmen)erreicht, mindestens drei weiteren wird dies ebenfalls bis 2015 gelingen. MDG2 (Grundbildung für alle) ist sogar schon von sieben Ländern nahezu erreicht, zu denen bis 2015 noch mindestens fünf hinzukommen dürften. Und auch bei anderen Zielen gibt es sehr erfolgreiche Länder in Subsahara-Afrika. Sie sind ein Beispiel dafür, dass auch Subsahara-Afrika insgesamt die MDGs erreichen könnte.
Sechs Eigenschaften zeichnen diese Länder aus, die ihren überdurchschnittlichen Erfolg erklären könnten:
1. Politische und makroökonomische Stabilität
2. Gutes Investitionsklima
3. Handlungsfähigkeit des Staates
4. Eine politische Führung mit einer Vision, einer Strategie
und dem festen Willen, die Strategie über einen
längeren Zeitraum hinweg entschlossen umzusetzen
5. Dezentralisierung und Beteiligung der Bevölkerung an
Projektplanung und -durchführung
6. Langfristige, stetige und berechenbare Unterstützung
durch die Geber
Derweil scheinen weder die Höhe der empfangenen Entwicklungshilfeleistungen noch die Startbedingungen des jeweiligen Entwicklungslandes (wie bspw. das Prokopfeinkommen oder die Grundschulbeteiligungsrate im Bezugsjahr 1990) eine entscheidende Rolle zu spielen,und auch der Einfluss des rtschaftswachstums ist deutlich weniger stark als man dies erwarten könnte.

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Loewe, Markus

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Markus Loewe

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