Post 2015: die Messung des Umweltzustands – kommen wir zur Sache

Post 2015: die Messung des Umweltzustands – kommen wir zur Sache

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Stepping, Katharina M. K.
Analysen und Stellungnahmen 6/2014

Bonn: German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Bisher geschieht menschliche Entwicklung auf Kosten der Umwelt: Verlust der Artenvielfalt, Ökosystemschäden und Klimawandel sind der Preis. Daher werden entwicklungsrelevante Umweltprobleme in der Post-2015-Entwicklungsagenda wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen. Umweltqualität und ihre Veränderungen in den noch zu definierenden zukünftigen Entwicklungsplan zu integrieren, heißt, Ziele festzulegen und Fortschritte im Hinblick auf diese Ziele zu messen. Derartige Messungen erfordern verfügbare und verlässliche Daten geeigneter Umweltindikatoren.

Umweltindikatoren sind die zentrale Informationsquelle, was die quantitative Erfassung des Umweltzustands angeht. Allerdings ist es aus konzeptionellen und praktischen Gründen schwierig, den Zustand der Umwelt und ihre Veränderungen zu messen: Erstens ist Umweltqualität ein komplexes mehrdimensionales Phänomen. Hohe oder niedrige Umweltqualität resultiert aus dem Zusammenspiel von Faktoren verschiedener ökologischer Sphären wie Luft, Wasser, Land und Querschnittsthemen wie Artenvielfalt. Um die mehrdimensionale Umweltqualität zu messen, sind Daten für Luftqualität, Wasserqualität und -quantität, Bodenqualität und Biodiversität erforderlich. Zweitens ergeben sich bei der Messung konzeptionelle Schwierigkeiten aus der Entscheidung, was und wie gemessen wird; die Wahl geeigneter Umweltindikatoren ist kompliziert und häufig umstritten. Drittens ist es nicht einfach, Indikatoren zu finden, die sich für Industrie- und Entwicklungsländer gleichermaßen eignen. Viertens schränken begrenzte finanzielle Ressourcen und begrenztes Humankapital den Zugang zu verlässlichen Daten für Entwicklungsländer ein. Daher lassen Datenangebot und -qualität in vielen Ländern weiterhin zu wünschen übrig.

Die zentrale Herausforderung der Zukunft ist, menschliche Entwicklung zu ermöglichen, ohne Naturressourcen übermäßig zu beanspruchen. Um entwicklungsrelevante Umweltziele in die Post-2015- Entwicklungsagenda zu integrieren, wird ein Indikatorenset benötigt, mit dem sich messen lässt, inwieweit diese Ziele erreicht wurden. Steht der Referenzwert fest, müssten die Indikatoren regelmäßig gemessen werden, um Schäden im Laufe der Zeit zu überwachen. Leider sind Daten für viele wichtige Umweltindikatoren knapp, weit verstreut und von geringer Qualität, vor allem in Entwicklungsländern. Deshalb müssen Qualität und Verfügbarkeit von Umweltdaten für alle Länder verbessert werden. Neben der Verbesserung der räumlichen und zeitlichen Abdeckung vorhandener Indikatoren sind größere Anstrengungen als bisher zur Datenerhebung für zusätzliche Schlüsselindikatoren erforderlich. Zudem empfiehlt es sich, Umweltindikatoren auch auf niedrigerer Ebene zu messen als nur auf nationaler Ebene. Für die Post-2015-Entwicklungsagenda sollte ein Indikatorenset festgelegt werden, das (1) die Umweltbedingungen eines Standorts hinreichend erfasst, (2) im Einklang mit internationalen Standards gemessen wird und (3) regelmäßig zum Einsatz kommt, um Veränderungen im Laufe der Zeit zu beurteilen. Das erfordert auch Investitionen in Know-how und Infrastruktur für die Datenerhebung und -verarbeitung.


Über die Autorin

Katharina M.K. Stepping

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