Experten fordern zum Auftakt des G20-Gipfels weltweit ausgewogene Handelsregeln und Auslandsinvestitionen in Entwicklung

Gemeinsame Pressemitteilung vom 07.07.2017

Hamburg, 7. Juli 2017. Vor dem Beginn des G20-Gipfels haben am Freitag hochrangige Politiker und Handelsexperten in Hamburg die Notwendigkeit global ausgewogener Handelsregeln und ausländischer Investitionen in Entwicklung betont. Bei einem vom International Centre for Trade and Sustainable Development (ICTSD), dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und dem GIGA German Institute of Global and Area Studies organisierten Roundtable bekräftigten die Teilnehmer, dass es wichtig sei, ein offenes, gut organisiertes, multilaterales Handelssystem zu fördern, um die in der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung definierten Ziele zu erreichen. Sie forderten die G20-Staats- und Regierungschefs dazu auf, entsprechende Entscheidungen zu treffen und Anpassungen vorzunehmen.

GIGA-Forscher Jann Lay, Co-Vorsitzender der T20-Task Force zur Agenda 2030, betonte: „Die Unzufriedenheit über die Globalisierung, die von vielen der Demonstranten auf den Straßen in dieser Stadt geäußert wird, ist nicht ohne Grund.“ Er forderte eine „ehrliche und gründliche Analyse der Auswirkungen und Mechanismen der Globalisierung“, statt nur die Erzählung der Globalisierung zu ändern.

Die Diskussionsteilnehmer hoben die Bedeutung des globalen Handels für die nachhaltige Entwicklung hervor, wie sie mit der Agenda 2030 angestrebt wird. „Ein modernisiertes und gestärktes multilaterales Handelssystem wäre ein starker Hebel für eine nachhaltige und inklusive Entwicklung“, sagte Ricardo Meléndez-Ortiz, der Vorstandsvorsitzende des ICTSD. Susana Malcorra, Vorsitzende der 11. WTO-Ministerkonferenz und ehemalige Außenministerin von Argentinien, betonte: „Finanzierung für Entwicklung ist bei der Agenda 2030 entscheidend. Ausländische Investitionen, inklusive Wertschöpfungsketten und Handel standen im Mittelpunkt der Empfehlungen in Addis Abeba und dürfen nicht vergessen werden.“

Dirk Messner, Direktor des DIE, unterstrich: „Der globale Handel braucht global ausgewogene Regeln.“ Es sei zwar wichtig, die WTO wieder zu stärken, doch ebenso wesentlich, dass die WTO einen Fahrplan entwickelt, mit dem die Umsetzung der Agenda 2030 und des Pariser Klimaabkommens vorangetrieben wird.

Stormy-Annika Mildner, Abteilungsleiterin Außenwirtschaftspolitik des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), sagte: "Die globalen Handelsregeln müssen modernisiert werden, um für den Handel des 21. Jahrhunderts geeignet zu sein. Zum Beispiel brauchen wir klare und berechenbare Regeln für den digitalen Handel."

Der Roundtable „G20’s Focus on Free and Fair Trade for Sustainable Development” fand am Freitagmorgen am GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg statt. Aus Sicherheitsgründen musste auf eine vorherige Ankündigung verzichtet werden. Bilder der Veranstaltung finden Sie unter www.giga-hamburg.de/de/pressemitteilungen.

 

Pressekontakte

ICTSD: Andrew Crosby, acrosby@ictsd.ch, +41 22 917 8335

DIE: Tanja Vogel, tanja.vogel@die-gdi.de, 0228 94927-264

GIGA: Verena Schweiger, presse@giga-hamburg.de, 040 42825-558

Über die beteiligten Organisationen

ICTSD

Das 1996 gegründete International Centre for Trade and Sustainable Development (ICTSD) ist eine unabhängige Non-Profit-Organisation mit Sitz in Genf. Ziel der Organisation ist es, eine nachhaltige Entwicklung durch handelsbezogene Politik zu fördern. www.ictsd.org

GIGA

Das GIGA German Institute of Global and Area Studies ist ein unabhängiges, sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut mit Sitz in Hamburg. Es forscht zu politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und Nahost sowie zu globalen Fragen. Als Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft folgt das Institut dem Grundsatz „Theoria cum Praxi“: Wissenschaft zum Wohl und Nutzen des Menschen. www.giga-hamburg.de

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Das DIE baut Brücken zwischen Theorie und Praxis und setzt auf die Zusammenarbeit in leistungsstarken Forschungsnetzwerken mit Partnerinstituten in allen Weltregionen. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 vertraut das Institut auf das Zusammenspiel von Forschung, Beratung und Ausbildung. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Immer montags kommentiert das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik in seiner Aktuellen Kolumne auf der Startseite der DIE-Homepage die neuesten Entwicklungen und Themen der internationalen Entwicklungspolitik.
Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut wird von Dirk Messner (Direktor) und Imme Scholz (stellv. Direktorin) geleitet. Das DIE ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.

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