Internationale Experten präsentieren vor Beginn der UN-Klimakonferenz Zehn-Punkte-Memorandum zur Bekämpfung des Klimawandels

Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA)

06.11.2017

Bonn: In Vorbereitung der heute beginnenden UN-Klimakonferenz (COP23) in Bonn, haben am Wochenende rund 300 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Medien sowie Verhandler im Klimaprozess über eine sozialverträgliche Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und die Zukunft der globalen Zusammenarbeit diskutiert. Ein besonderes Augenmerk legten die Veranstalter der Konferenz "Climate Action and Human Wellbeing at a Crossroads: Historical Transformation or Backlash?" dabei auf die Perspektive von Entwicklungs- und Schwellenländern sowie der kleinen Inselstaaten. Die Konferenz wurde vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) in Kooperation mit dem Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA) in Bonn / Königswinter ausgerichtet.

Als Ergebnis der Konferenz wurde ein Zehn-Punkte-Memorandum mit dem Titel „Der Klima-, Gerechtigkeits- und Kooperations-Nexus: 10 Bausteine für die Große Transformation zur Nachhaltigkeit“ präsentiert. Das Memorandum definiert zentrale globale Herausforderungen der kommenden Jahre und appelliert an staatliche und nicht-staatliche Akteure, beschleunigt gegen den Klimawandel vorzugehen.

Nebojsa Nakicenovic, Deputy Director General des IIASA, betonte anlässlich der Abschlussveranstaltung am Sonntagnachmittag: „Mit den nachhaltigen Entwicklungszielen hat sich die Weltgemeinschaft auf einen neuen und ambitionierten Gesellschaftsvertrag geeinigt, der einen hoffnungsvollen ersten Schrift auf dem Weg zu einer umfassenden nachhaltigen Transformation darstellt.“ Dringenden Handlungsbedarf sieht Dirk Messner, Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), auf einer weiteren Ebene: „Um das Übereinkommen von Paris über den Klimawandel und die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umzusetzen, müssen wir neben inhaltlichen Fragen auch auf eine neue Kultur der globalen Zusammenarbeit hinarbeiten, die auf Vertrauen und gegenseitigem Respekt basiert“, so Messner.

Das Memorandum wurde am Ende der zweitägigen Konferenz vorgestellt und mit hochrangigen Teilnehmern diskutiert, die verschiedene Perspektiven repräsentierten, etwa die Sicht von privaten und öffentlichen Sektoren, Verhandlern im Klimaprozess, Künstlern und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen von den Sozialwissenschaften bis zum Ingenieurwesen. Das Memorandum enthält folgende Forderungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft:

  • Erneuerung des positiven „Geistes von Paris“, um die internationale Zusammenarbeit auf eine vertrauensvolle Basis zu setzen
  • Die konsequente und miteinander abgestimmte Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung
  • Die sozialverträgliche Gestaltung der Dekarbonisierung der Weltwirtschaft
  • Beschleunigende Rolle neuer Technologienbei der Transformation zur Nachhaltigkeit
  • Eine umfassende und verlässliche Finanzierungsstrategie für nachhaltige Entwicklung weltweit, insbesondere mit Blick auf die ärmsten Länder

Das Memorandum sowie eine ausführliche Dokumentation der Konferenz finden sie im Pressebereich der Konferenzseite: www.crossroadsbonn.org/mediacenter

Die internationale Konferenz wurde ermöglicht durch finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), der Stiftung Mercator, des Käte Hamburger Kolleg / Centre for Global Cooperation Research und der Stiftung Internationale Begegnung der Sparkasse in Bonn.


Das Internationale Institut für Angewandte Systemanalyse (IIASA - International Institute for Applied Systems Analysis) ist ein internationales Forschungsinstitut mit Sitz in Laxenburg in der Nähe von Wien. Das IIASA betreibt interdisziplinäre wissenschaftliche Forschung auf Gebieten wie Umwelt, Wirtschaft, Technologie und Bevölkerung im Hinblick auf die menschliche Dimension der globalen Veränderung. Es ist die Aufgabe des IIASA, mit Hilfe der angewandten Systemanalyse Lösungen für globale und universelle Probleme zum Wohl der Menschen, der Gesellschaft und der Umwelt zu finden, und die daraus resultierenden Erkenntnisse und Richtlinien den politischen Entscheidungsträgern weltweit zur Verfügung zu stellen. www.iiasa.ac.at

Über das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE):

Das DIE baut Brücken zwischen Theorie und Praxis und setzt auf die Zusammenarbeit in leistungsstarken Forschungsnetzwerken mit Partnerinstituten in allen Weltregionen. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 vertraut das Institut auf das Zusammenspiel von Forschung, Beratung und Ausbildung. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
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Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut wird von Dirk Messner (Direktor) und Imme Scholz (stellv. Direktorin) geleitet. Das DIE ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.

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