Auftaktveranstaltung zum Workshop "EU-Africa-China: Building Partnership"

Pressemitteilung vom 26.09.2008

China bedroht europäische Interessen in Afrika, weil es korrupte Potentaten stützt? China ist Afrikas bester Partner, weil es als Entwicklungsland die Bedürfnisse vor Ort am ehesten versteht? China unterscheidet sich nicht von anderen Gebern, nur ist die Rhetorik um die Kooperation schöner? Sicher ist: China ist ein Entwicklungsland mit rasanten Wachstumsraten, und wird spürbar mächtiger in der Welt. China hat jedoch seine Präsenz in Afrika durch erhöhte Direktinvestitionen und eine aktive öffentliche Politik der Kooperation ausgebaut.

Noch ist die EU mit weitem Abstand der größte Kooperationspartner für Subsahara-Afrika. Doch China holt auf, chinesische Investitionen z. B. in Straßen, Eisenbahn­netze, Fußballstadien und Kongresszentren sind stark angestiegen. Die chinesische Nachfrage nach Rohstoffen hat die Wirtschaft in vielen afrikanischen Staaten angekurbelt. Zugleich werden chinesische Investitionen von afrikanischer und europäischer Zivilgesellschaft kritisiert, da sie oftmals eigene Arbeitskräfte mitbringen, für die lokalen Kräfte schlechte Arbeitsbedingungen bieten und im Bereich der einfachen Güter eine direkte Konkurrenz zu afrikanischen Unternehmen sind. Europäer hingegen werden oft kritisiert für zu viele Vorschriften an afrikanische Partner und die mangelnde Wirksamkeit der Hilfen der letzten 40 Jahre. Auch wenn für eine Entwicklung Afrikas das Eigenengagement vor Ort entscheidend bleiben wird: Wie nehmen die afrikanischen Akteure ihre Kooperations-Partner wahr?

Die Bewertungen von Chinas Präsenz dürften bei Europäern, Chinesen und Afrikanern unterschiedlich ausfallen. Wo liegen die Stärken und Schwächen der europäischen und der chinesischen Entwicklungskooperation? Diese und weitere Fragestellung werden auf dem Workshop EU-Africa-China: Building Partnership, veranstaltet vom Deutschen Institut für Entwicklungspolitik, KfW Entwicklungsbank, Konrad-Adenauer-Stiftung, Chinese Academy of Social Science und dem South African Institute of International Affairs, vom 29.09. – 01.10.2008 in Bonn beantwortet. Der Workshop ist die Fortsetzung des Dialogs zwischen chinesischen und deutschen bzw. europäischen Politikern und Wissenschaftlern, der in den vergangenen zwei Jahren in Brüssel und Peking aufgenommen wurde.

The Institute in Brief:

The German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) is one of the leading Think Tanks for development policy world-wide. It is based in the UN City of Bonn. DIE builds bridges between theory and practice and works within international research networks. The key to DIE’s success is its institutional independence, which is guaranteed by the Institute’s founding statute. Since its founding in 1964, DIE has based its work on the interplay between Research, Consulting and Training. These three areas complement each other and are the factors responsible for the Institute’s distinctive profile.
Every Monday, the German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) comments the latest news and trends of development policy in The Current Column.
The German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) is headed by Dirk Messner (Director) and Imme Scholz (Deputy Director). DIE is member of the Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.