Energie für Ernährung nachhaltig sichern

Auftakt zum Netzwerk Powering Agriculture in Bonn

Pressemitteilung vom 12.06.2014


Mit der wachsenden Weltbevölkerung und steigenden Einkommen steigt der Bedarf an Nahrungsmitteln und an Energie. Heute gehen 30 % der weltweit verbrauchten Energie in die Nahrungsmittelproduktion vom Acker bis zum Teller. Wie kann die Agrarwirtschaft mit weniger und mit sauberer Energie mehr Nahrungsmittel erzeugen? Dazu ist Zusammenarbeit gefragt, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern, wo Bauern und Verarbeiter kaum Zugang zu klimafreundlichen Energietechnologien haben.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) ein globales Netzwerk zum Thema nachhaltige Energie für Ernährung. „Mit einem britischen Teeunternehmen sowie der kenianischen Teeentwicklungsagentur werden wir beispielsweise daran arbeiten, dass Teefabriken durch eine bessere Isolation weniger Brennholz für die Trocknung von Tee benötigen, damit Geld sparen und weniger Treibhausgase ausstoßen,“ so Maria Weitz, Projektleiterin der GIZ.

„In den armen Ländern Subsahara-Afrikas wird man insgesamt nicht umhin kommen, den Energieeinsatz im Agrar- und Ernährungssektor massiv zu erhöhen. Es ist aber gerade dort wichtig, dabei möglichst effizient zu sein. Nur so können die Regionen konkurrenzfähig werden und zukunftsfähige Lösungspfade öffnen“, sagt Michael Brüntrup, Agrarökonom am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE). Dieser Spagat zwischen Produktionssteigerung und Nachhaltigkeit ist oft schwierig. Die Forschung kann hier wichtige Entscheidungsgrundlagen und Handlungsempfehlungen liefern. Exemplarische Studien führte das DIE etwa in Malawi, das Zuckerrohr als Nahrungsmittel und Biokraftstoff produziert, durch.

Über das Wiki-Portal „Powering Agriculture“ können Interessierte auf Fachwissen und praktische Erfahrungen zugreifen und mit anderen teilen. Das Projekt der GIZ ist Teil der internationalen Initiative „Powering Agriculture – An Energy Grand Challenge“. Ihr Ziel: markttaugliche Ansätze für klimafreundliche Energietechnologien in der Agrarwirtschaft entwickeln und verbreiten. Weitere Partner sind seit 2012 die US-amerikanische Entwicklungsagentur USAID, die schwedische Entwicklungsagentur SIDA, die US-Regierungsagentur zur Förderung von US-Investitionen im Ausland OPIC und das US-Energieunternehmen Duke Energy.

50 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit setzen am 12. Juni 2014 in der Deutschen Welle in Bonn den Startpunkt für das globale Netzwerk „Powering Agriculture“. Veranstalter sind die GIZ und das DIE.

Ansprechpartner:
Maria Weitz, GIZ, maria.weitz@giz.de
Michael Brüntrup, DIE, Michael.Bruentrup@remove-this.die-gdi.de

Weitere Informationen:
Wiki Portal Powering Agriculture: https://energypedia.info/wiki/Portal:Powering_Agriculture
Website: http://www.poweringag.org/

Über das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE):

Das DIE baut Brücken zwischen Theorie und Praxis und setzt auf die Zusammenarbeit in leistungsstarken Forschungsnetzwerken mit Partnerinstituten in allen Weltregionen. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 vertraut das Institut auf das Zusammenspiel von Forschung, Beratung und Ausbildung. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Immer montags kommentiert das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik in seiner Aktuellen Kolumne auf der Startseite der DIE-Homepage die neuesten Entwicklungen und Themen der internationalen Entwicklungspolitik.
Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut wird von Dirk Messner (Direktor) und Imme Scholz (stellv. Direktorin) geleitet. Das DIE ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.