March for Science: DIE unterstützt internationale Demonstration für Freiheit von Wissenschaft und Forschung

Pressemitteilung vom 20.04.2017

Am Samstag, den 22. April 2017, findet ab 13 Uhr in Bonn ein „March for Science“ statt. Rund 80 Institutionen aus der Region beteiligen sich daran. Auch das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) unterstützt den Aktionstag in Bonn und setzt ein Zeichen für die Freiheit und Stärkung der Wissenschaft gegen nationale Abschottung und populistische Debattenführung.

„Bei der Lösung globaler Probleme tragen unabhängige Wissenschaft und Forschung maßgeblich zu vernunftbasierten Entscheidungsprozessen bei und bieten Schutz vor ideologischen Kurzschlusshandlungen“, sagte DIE-Direktor Dirk Messner im Vorfeld der Bonner Demonstration. „Die fundamentale Stärke der Wissenschaft ist es, sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen und sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden zu geben. Der globale ´March for Science` setzt dafür ein wichtiges Zeichen. Er zeigt, dass Freiheit, Vielfalt und grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die Wissenschaft maßgeblich sind“, so Messner weiter.

Der Hintergrund ist ernst: Die Freiheit der Wissenschaft steht weltweit auf dem Prüfstand. In den derzeit polarisierenden und populistischen Diskursen gibt es Stimmen, die den Stellenwert von Wissenschaft und faktenbasierten Entscheidungsprozessen anzweifeln. Gleichzeitig protestieren in Ungarn Zehntausende gegen geplante strengere Auflagen für internationale Hochschulen und die Schließung der Zentraleuropäischen Universität. Auch in Entwicklungs- und Schwellenländern, mit denen das DIE in Forschung, Beratung und Ausbildung kooperiert, wurden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wiederholt in ihrer Forschungstätigkeit, mit der sie einen wichtigen Beitrag zur globalen nachhaltigen Entwicklung leisten, massiv eingeschränkt. Anfang 2016 wurde Giulio Regeni, ehemaliger Gastwissenschaftler am DIE, während eines Forschungsaufenthaltes in Kairo entführt, gefoltert und ermordet. Er hatte zum Aufstieg freier Gewerkschaften nach der Tahrir-Revolution 2011 geforscht. In Mosambik wurden Interviewpartner bedroht und eingeschüchtert.

Der „March for Science“ 2017 setzt ein Zeichen für unabhängige Wissenschaft und Forschung als Grundlage für eine offene und demokratische Gesellschaft. Der Termin fällt auf den Earth Day am 22. April, den weltweiten Aktionstag zur Wertschätzung der natürlichen Umwelt. Der Marsch findet zeitgleich in zahlreichen Städten Deutschlands u.a. in Hamburg, Berlin, Bonn oder Tübingen sowie an ca. 400 Orten weltweit statt. Die Veranstaltung orientiert sich am Vorbild des „March for Science“ verschiedener US-Wissenschaftler gegen Etatkürzungen und Diskreditierung. Er wird von einer unabhängigen, überparteilichen, zivilgesellschaftlichen Initiative organisiert.

Über das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE):

Das DIE baut Brücken zwischen Theorie und Praxis und setzt auf die Zusammenarbeit in leistungsstarken Forschungsnetzwerken mit Partnerinstituten in allen Weltregionen. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 vertraut das Institut auf das Zusammenspiel von Forschung, Beratung und Ausbildung. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
Immer montags kommentiert das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik in seiner Aktuellen Kolumne auf der Startseite der DIE-Homepage die neuesten Entwicklungen und Themen der internationalen Entwicklungspolitik.
Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut wird von Dirk Messner (Direktor) und Imme Scholz (stellv. Direktorin) geleitet. Das DIE ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.

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