Transdisziplinäres Forschungsprojekt untersucht Kooperation und Koordination in der Was-sernutzung

Pressemitteilung vom 31.08.2017

Bonn, 31.08.2017. Wasser stellt eine wertvolle Ressource für die Landwirtschaft, den Energiesektor, private Haushalte und viele andere Sektoren dar. Auf der jährlichen World Water Week, die derzeit in Stockholm stattfindet, tauschen sich Experten aus Forschung und Praxis zu diesem Thema aus. Auch Wissenschaftler des neuen Forschungsprojekts „Erhöhung der Steuerungskompetenz zur Erreichung der Ziele eines integrierten Wassermanagements“ (STEER) sind vor Ort.

Warum sind Wasserressourcen vielerorts gefährdet? Oft werden verschiedene Arten der Wassernutzung nicht ausreichend aufeinander abgestimmt. Nutzungsarten werden durch die Abnahme der verfügbaren Wassermenge oder -qualität eingeschränkt und Ökosysteme beeinträchtigt. Um dieses Problem zu lösen, erforscht das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) im Rahmen eines Projekts mit der Universität Osnabrück, dem Ecologic Institut, der Universität Kassel, dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband sowie der Emschergenossenschaft innovative Formen von Koordination und Kooperation. Mit dem Forschungsprojekt „Erhöhung der Steuerungskompetenz zur Erreichung der Ziele eines integrierten Wassermanagements“ (STEER) soll das Konzept des Integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM) unterstützt werden.

„Unser Ziel ist es, innovative Wege zu finden, um die Steuerungskompetenz zur Lösung komplexer Wasserressourcen-Probleme zu erhöhen“, erklärt Professor Claudia Pahl-Wostl von der Universität Osnabrück. „Dabei knüpfen wir an Erkenntnisse anderer Projekte, wie etwa zum Integrierten Wasserressourcen-Management in der Mongolei oder Südafrika, an“, ergänzt Ines Dombrowsky, die sich am DIE vor allem mit Umweltpolitik und Ressourcenmanagement beschäftigt und im Rahmen des Projekts am DIE die Koordination einer Fallstudie in der Mongolei übernimmt. Darüber hinaus sind Forschende des DIE an der Entwicklung eines diagnostischen Ansatzes beteiligt und beschäftigen sich mit einer Fallstudie in Südafrika.

Das Projekt zielt darauf ab, gemeinsam mit Akteuren vor Ort einen diagnostischen Ansatz zu entwickeln, zu überprüfen und anzuwenden. Auch die Analyse des Einflusses verschiedener Governance-Systeme auf die Lösung komplexer Wassermanagement-Probleme ist Aufgabe des Projekts. Zum anderen beurteilen die Forscher den Einfluss gesellschaftlicher, kultureller und umweltbezogener Faktoren auf Kooperation und Koordination. Außerdem geht es um die Prüfung der Übertragbarkeit erfolgreicher Maßnahmen zu Wassermanagement-Problemen auf unterschiedliche Kontexte sowie die Erarbeitung von Lösungsstrategien und Handlungsoptionen.

Nutzergruppen für die Ergebnisse des Projekts sind regionale Akteure aus dem Wassersektor, wie etwa Wasserverbände oder für Wasserressourcen zuständige nationale Ministerien und Behörden, sowie internationale Organisationen, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser- und Landressourcen engagieren. Zur Verbesserung der Schnittstelle Wissenschaft – Politik und Praxis, stehen Vertreter wichtiger internationaler Nutzergruppen dem Projekt während der gesamten Laufzeit beratend zur Seite. Das Verbundprojekt STEER wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Globale Ressource Wasser“ (GROW) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

So erreichen Sie das Projekt STEER: https://www.steer.uni-osnabrueck.de/

Hier finden Sie Informationen zum Beitrag des DIE

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Ihr Kontakt zu den wissenschaftlichen Leitungen des Projekts:

Ines Dombrowsky
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
Ines.Dombrowsky@die-gdi.de
Tel.: 0228 94927 170

Claudia Pahl-Wostl
Universität Osnabrück, Institut für Umweltsystemforschung
E-Mail: cpahlwos@remove-this.uni-osnabrueck.de
Tel.: 0541 969 2536

Über das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE):

Das DIE baut Brücken zwischen Theorie und Praxis und setzt auf die Zusammenarbeit in leistungsstarken Forschungsnetzwerken mit Partnerinstituten in allen Weltregionen. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 vertraut das Institut auf das Zusammenspiel von Forschung, Beratung und Ausbildung. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.
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Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik arbeiten rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Institut wird von Dirk Messner (Direktor) und Imme Scholz (stellv. Direktorin) geleitet. Das DIE ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.

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Image: Wasserlauf Ems mit Schiff
Foto: Martina Nolte, CC BY-SA 3.0 de