Wir brauchen eine europäische Energiewende

Wir brauchen eine europäische Energiewende

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Ruchser, Matthias
Externe Publikationen (2014)

in: Diplomatisches Magazin 8/2014, 32-35

Durch die Ukraine-Russland-Krise wurde allen bewusst, wie abhängig Europa von russischen Energielieferungen ist. Doch wie eng sind die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Russland und Deutschland bzw. Europa? Die deutschen Ausfuhren nach Russland, vor allem Technologie- und Konsumgüter, beliefen sich 2013 auf 36,1 Mrd. €. Die Einfuhren aus Russland lagen bei 40,4 Mrd. €, beschränkten sich jedoch weitgehend auf Rohstofflieferungen. So war Russland 2013 Deutschlands wichtigster Lieferant von fossilen Energien und deckte 38 % des Erdgasaufkommens, knapp 35 % der Rohölimporte und 27 % der Steinkohleneinfuhren ab. Sind europäische Wirtschaftssanktionen gegen Russland vor diesem Hintergrund überhaupt möglich? Ja, denn Russland muss sich vor Wirtschaftssanktionen mehr fürchten als Europa, da die russische Exportwirtschaft auf seinem Rohstoffreichtum beruht.

In der jetzigen Situation ist es jedoch nicht zielführend darüber zu diskutieren, die Bezugsquellen von fossilen Primärenergieträgern zu diversifizieren, in dem man sich in neue Abhängigkeiten von nicht minder autoritären oder autokratischen Ländern begibt. Was wir brauchen, ist eine europäische Energiewende. Doch bei der Energiewende geht es nicht darum, von Energieimporten unabhängig zu werden oder fossile Energieimporte durch die Ausweitung der heimischen fossilen Energieproduktion zu ersetzen. Bei der Energiewende geht es um die Dekarbonisierung unserer Wirtschaftsweise.

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