Wissensdiskurse: Normativ, Faktisch, Hegemonial

Hornidge, Anna-Katharina
Externe Publikationen (2014)

in: Soziale Welt 65 (1), 7-24

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In den vergangenen 30 bis 40 Jahren beschäftigt die Annahme, dass „Wissen“zunehmend wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung gestaltet, wissenschaftliche Debat-ten, nationale Politiken und globale Entwicklungsdiskurse (Stehr 1994, 2001). Ziel dieses Beitragesist es, zwei unterschiedliche und sich doch überlagernde Wissensdiskurse, gefasst zum einen inKonzepten der „Wissensgesellschaft“ und zum anderen unter dem entwicklungsorientierten „Wis-sen für Entwicklung“, als kommunikative und diskursive Konstruktionen in ihrer global Entwick-lung fördernden Rolle kritisch zu hinterfragen. Der Beitrag zeichnet somit den normativen, fakti-schen und hegemonialen Charakter beider Diskurse nach. Den konzeptionellen Rahmen bildet derAnsatz des kommunikativen und diskursiven Konstruktivismus. Im Vordergrund stehen hierbei dervon Reiner Keller entwickelte Ansatz der wissenssoziologischen Diskursanalyse (2003, 2005,2011a, 2011b), Hubert Knoblauchs Arbeiten zu kommunikativem und gleichzeitig instrumentellenHandeln (1995, 2001) und Jo Reichertz Konzept der „Kommunikationsmacht“ (2010). Die vorge-legten ersten Untersuchungsergebnisse zweier globaler Wissensdiskurse mit lokalen institutionel-len, organisatorischen und gesellschaftlichen Konsequenzen bestärken die Notwendigkeit, Diskurseund das durch sie inspirierte wie auch sie tragende kommunikative Handeln kollektiver mächtigerund weniger mächtiger Akteure im Hinblick auf die Konstruktion von Wissens- und Machtordnun-gen aus sozialkonstruktivistisch-wissenssoziologischer (und ergänzend zur poststrukturalistischen)Perspektive zu untersuchen.

Über die Autorin

Hornidge, Anna-Katharina

Entwicklungs- und Wissenssoziologin

Hornidge

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