Erhalt und Stärkung städtischer Klimaschutzmaßnahmen in der COVID-19-Krise für einen grünen und klimaresilienten Aufschwung

In den letzten Jahren gab es weltweit eine wachsende Anzahl von stadtgetriebenen Klimaschutzmaßnahmen. Die COVID-19-Krise könnte jedoch ein entscheidender Wendepunkt für die Klimaambitionen von Städten werden. Das Projekt kombiniert N-Analyse und eingehende Fallstudienforschung, um städtisches Klimahandeln in Krisenzeiten sowie Bedingungen, die dieses unterstützen und stärken, zu verstehen. Die Ergebnisse können Aufschluss darüber geben, wie Städte am besten zu einem Wiederaufschwung beitragen können, der im Einklang mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und dem Pariser Abkommen steht.

Projektleitung:
Mariya Aleksandrova

Sander Chan, Global Center on Adaptation (GCA)

Tanya O’Garra, Middlesex University London (MDX)

Christopher Orr

Thomas Hale, Blavatnik School of Government at the University of Oxford (BSG)

Finanzierung:
Volkswagen Stiftung

Zeitrahmen:
2021 - 2022 / Laufend

Kooperationspartner:

Blavatnik School of Government at the University of Oxford (UK), Global Center on Adaptation (the Netherlands), Middlesex University London (UK), African Centre for Technology Studies (ACTS, Kenya), TERI School of Advanced Studies (India)

Projektbeschreibung

Städte in Industrie- und Entwicklungsländern sind zu entscheidenden Akteuren geworden, um Treibhausgasemissionen zu reduzieren und Anpassungen an die Auswirkungen des Klimawandels voranzubringen. Die COVID-19-Krise hat Gewohnheiten, wirtschaftliche Entwicklungen und Kohlenstoffemissionen kurzfristig unterbrochen. Jedoch ist nicht klar, ob dies einen kritischen Punkt darstellt, über den hinaus Städte dauerhaft kohlenstoffarme und klimaresistente Entwicklungspfade betreten. Diese Studie untersucht Städte als potenzielle Treiber eines grünen und klimaresilienten Aufschwungs. Es wird nach Einflussfaktoren gesucht, die Städte dazu bewegen, auf kohlenstoffarme und resiliente Wege setzen, zu alten, nicht nachhaltigen Wegen zurückzukehren, oder gar Klimaverpflichtungen rückgängig zu machen. Indem wir die Klimaverpflichtungen von Städten in Industrie- und Entwicklungsländern vergleichen, wollen wir konventionelle Paradigmen über Entwicklung und Aufschwung nach Krisen in Frage stellen. Diese ziehen häufig Investitionen nach sich, die eine kohlenstoffreiche und nicht nachhaltige Entwicklung einschließen. Unser Ziel ist es, die Faktoren und Maßnahmen zu beleuchten, mit denen einzelne Städten und Städtenetzwerken einen grünen und klimaresilienten Aufschwung unterstützen können.

In Arbeitspaket I (Identifizierung von Determinanten zur Erneuerung von städtischen Klimaverpflichtungen und -maßnahmen) werden wir Sekundärdaten zusammenstellen, um Städte auf der ganzen Welt hinsichtlich der Faktoren zu charakterisieren, von denen eine Beeinflussung angenommen wird, ob sie ihre Klimaverpflichtungen und -maßnahmen während und nach der COVID-19-Pandemie wahrnehmen oder erneuern. Diese Einflüsse umfassen "interne" Faktoren, die auf Stadtebene (z.B. Klimarisiken, Demographie, Hauptwirtschaftssektoren, Governance-Indikatoren, politische Zugehörigkeit der lokalen Regierung und Luftverschmutzung) und auf nationaler Ebene (z.B. Klimarisiko- und Verwundbarkeitsprofil, Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, staatliche Fragilität, politisches Profil der Regierungsparteien/Koalitionen, Regimetyp, Covid-19-Politik auf nationaler Ebene) erhoben werden. Ebenso umfassen sie "externe" Faktoren (z.B. Zugehörigkeit zu internationalen Netzwerken, nationale oder internationale Finanzierung von Klimaprojekten). Der Datensatz wird mit Hilfe logistischer Panel-Regressionen und/oder dem Verallgemeinerten linearen gemischten Modell analysiert, um Faktoren zu identifizieren, die die Aufnahme oder Erneuerung von Klimazusagen und -maßnahmen beeinflussen.

In Arbeitspaket II (kohlenstoffarme und klimaresiliente Pfade von Städten) werden wir eine vergleichende Fallanalyse durchführen. Ziel ist es, kausale Mechanismen zwischen wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 und kontextuellen Faktoren sowie Treibern für eine kohlenstoffarme und klimaresiliente bzw. kohlenstoffreiche Reaktion von Städten auf COVID-19 zu identifizieren.

In Arbeitspaket III (Förderung des gegenseitigen Lernens und des Dialogs zwischen Städten) zielen wir darauf ab, gemeinsam mit städtischen Stakeholdern Wissen zu entwickeln und politikrelevante Erkenntnisse zu verbreiten. Zum Beispiel durch Empfehlungen, kohlenstoffarme und klimaresistente Entwicklungspfaden zu skalieren und nachzubilden.