Reform des UN-Entwicklungssystems: Auswirkungen auf Länderebene

Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (VN) beschlossen 2018 weitreichende Reformen des VN-Entwicklungssystems (UNDS), um anhaltende institutionelle Defizite zu beheben und das UNDS für neue Herausforderungen zu rüsten. Das reformierte UNDS soll die Mitgliedsstaaten wirkungsvoller bei der Umsetzung der 2030 Agenda 2030 unterstützen.

Projektleitung:
Max Baumann
Silke Weinlich

Projektteam:

Maria Cassens-Sasse (Entwicklungsstudien)

Rebecca Hadank-Rauch (Entwicklungsstudien)

Manuel Simon (Entwicklungsstudien)

Anina Strey (Internationale Entwicklung)

Franziska Leibbrandt (Entwicklungsstudien)

Marie Pardey (Sozialwissenschaft)

Finanzierung:
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Zeitrahmen:
2020 - 2021 / Abgeschlossen

Projektbeschreibung

Ziel des Forschungsteams ist, zu untersuchen, ob und inwiefern die Reformen zu greifbaren Fortschritten im kollektiven Angebot der VN auf Länderebene geführt haben. Sind Veränderungen hin zu kohärenteren und besser koordinierten Arbeitsweisen zu erkennen? Erlauben die Veränderungen, dass komparative Vorteile der einzelnen Entitäten optimal genutzt werden? Oder bleiben altbekannte Hürden von Silo- und Konkurrenzdenken zwischen den VN-Entitäten bestehen, die einer gemeinsamen Vision und kollektiven Zielen im Weg stehen? Diesen und weiteren Fragen möchte das Forschungsteam nachgehen. Dafür werden drei programmatische Aspekte der VN-Entwicklungsarbeit (SDG-Integration, normative Arbeit und grenzüberschreitende Wirkungsweise) analysiert.

Die Analyse soll erste Reformerfolge sichtbar machen, Best Practices identifizieren und konkrete Empfehlungen für die Steuerung des UNDS in anstehenden Politikprozessen entwickeln.

Das Verfahren der Analyse ist qualitativ. Durch Bildung von Idealtypen werden zentrale Merkmale der VN-Entwicklungszusammenarbeit und deren komparative Vorteile als multilateraler Institution sichtbar gemacht, empirisch überprüft und auf konkrete Reformmaßnahmen zurückbezogen. Interviews mit VN-Mitarbeiter*innen, Gebern, Stakeholdern (auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene) und Expert*innen werden durch eine Analyse zentraler Programmdokumente ergänzt.  Der Fokus liegt auf Georgien, Côte d‘Ivoire, Uganda und Eswatini – Länder, in denen die VN eine vergleichsweise starke Position haben. Darüber hinaus werden die VN-Länderkoordinator*innen weiterer Länder, darunter Indonesien, Timor Leste und Kosovo, interviewt. Wegen der COVID-19-Restriktionen wird die Analyse ausschließlich als Desk Study durchgeführt.