Wie lösen wir globale Probleme gemeinsam? 24 internationale Führungskräfte gehen auf virtuelle Lernreise

Pressemitteilung vom 18.08.2020

Wie können Internationale Zusammenarbeit und Wissenskooperation gelingen? Wie schaffen wir es, Gesellschaften weltweit nachhaltiger zu gestalten? Diesen anspruchsvollen Fragen widmet sich die Managing Global Governance (MGG) Academy des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE). Die MGG Academy 2020 begann am 17. August. Sie wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Das viermonatige Dialog- und Trainingsprogramm findet aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie zum ersten Mal in 13 Jahren nicht in Bonn statt. Um gemeinsames Lernen und zwischenmenschliche Begegnungen dennoch zu ermöglichen, hat das DIE in den letzten Monaten ein innovatives, virtuelles Konzept für die Academy entwickelt.

Für Sven Grimm, Leiter des Forschungsprogramms Inter- und Transnationale Zusammenarbeit am DIE, ist internationale Wissenskooperation zwischen einzelnen Menschen, Institutionen und Staaten gerade während der Corona-Pandemie essentiell: „Das Suchen nach globalen Lösungen für Menschheits-Herausforderungen darf während einer Pandemie nicht aufhören – auch wenn diese physischen Abstand gebietet. Die COVID-19-Pandemie selbst ist eine globale Herausforderung, die wir gemeinsam bekämpfen müssen. Währenddessen ermöglichen digitale Interaktionen einen kontinuierlichen Austausch – und bringen auch neue Chancen mit sich.“

Wie können unterschiedliche akademische, politische, kulturelle und persönliche Perspektiven so zusammengebracht werden, dass konstruktive Lösungen für globale Fragen entstehen? Die MGG Academy setzt auf eine Mischung aus gemeinsamen internationalen und regionalen Videokonferenzen und asynchronem Lernen. Schließlich kommen die 24 Teilnehmer*innen aus acht Ländern und sieben verschiedenen Zeitzonen zusammen. Zudem entwickeln alle ein eigenes Projekt, das sie in ihrer Institution, ihrer Initiative oder ihrem privaten Umfeld durchführen werden.

Tatjana Reiber, Leiterin der MGG Academy, sieht in digitalem Lernen und virtuellem Austausch eine große Chance: „Die digitale MGG Academy ist eine ausgezeichnete Möglichkeit für uns alle, um virtuelle Kollaboration in diversen, globalen Teams einzuüben – eine Kernkompetenz für die internationale Zusammenarbeit und die Wissenskooperation. Spannend ist dabei vor allem die Frage, wie offener Dialog und Vertrauen im virtuellen Raum etabliert werden können.“

Die MGG Academy bringt hochqualifizierte Nachwuchsführungskräfte aus Schwellenländern und aus Europa zusammen. In diesem Jahr nehmen 24 junge Menschen aus Brasilien, China, Deutschland, Indien, Indonesien, den Niederlanden, Mexiko und Südafrika teil. In ihren Heimatländern arbeiten sie in Ministerien, Forschungsinstituten, Think Tanks, zivilgesellschaftlichen Organisationen oder der Privatwirtschaft.

Im Rahmen der MGG Academy diskutieren sie gemeinsam drängende globale Herausforderungen, wie den Klimawandel, Digitalisierung oder gesellschaftliche Ungleichheiten. Die Teilnehmer*innen erörtern nicht nur, wie eine Transformation hin zu mehr nachhaltiger Entwicklung oder eine vertrauensvolle internationale Kooperation gestaltet werden kann. Sie lernen auch, neue Perspektiven einzunehmen und werden selbst zu „Change-Makern“, die aktiv Veränderungsprozesse anstoßen. Eine Woche des Programms gestaltet das Auswärtige Amt, das mit den Teilnehmer*innen unter dem Motto „International Futures“ die Möglichkeiten und Grenzen der Diplomatie in Krisenzeiten auslotet.

Über das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE):

Das DIE baut Brücken zwischen Theorie und Praxis und setzt auf die Zusammenarbeit in leistungsstarken Forschungsnetzwerken mit Partnerinstituten in allen Weltregionen. Seit seiner Gründung im Jahr 1964 vertraut das Institut auf das Zusammenspiel von Forschung, Beratung und Ausbildung. Das DIE berät auf der Grundlage unabhängiger Forschung öffentliche Institutionen in Deutschland und weltweit zu aktuellen Fragen der Zusammenarbeit zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik arbeiten rund 130 Mitarbeiter*innen. Das Institut wird von Direktorin Anna-Katharina Hornidge geleitet. Das DIE ist Mitglied der Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft.