• Fragile Staatlichkeit – eine differenzierte Analyse

Constellations of State Fragility

Wenn Staaten fragil werden, lassen sich Frieden, erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit und Nachhaltigkeitsziele umso schwieriger erreichen. Allerdings tritt Fragilität in sehr unterschiedlichen Formen auf.

Das neue Online-Daten-Tool Constellations of State Fragility ermöglicht nun einen Einblick, wie 171 Staaten der Erde im Zeitraum von 2005 bis 2015 in den Dimensionen Autorität, Kapazität und Legitimität unterschieden werden können. Anhand dieser drei Kernfunktionen lassen sich mehrere Typen fragiler Staatlichkeit identifizieren – sogenannte Constellations of State Fragility: Einige Staaten, wie Brasilien, sind dieser Analyse nach vor allem mit Gewalt und Kriminalität konfrontiert und weisen somit vorrangig Probleme auf, das staatliche Gewaltmonopol durchzusetzen (Autoritätsdimension); andere Staaten, wie Ghana, bieten in dieser Betrachtung ihrer Bevölkerung nur sehr eingeschränkte öffentliche Dienstleistungen (geringe Leistungsfähigkeit bzw. Kapazitätsdimension). Über diese Einzelfunktionen lassen sich auch unterschiedliche Fragilitätsmuster zwischen Staaten erkennen, die lineare Rankings nicht weiter unterscheiden und in einem Mittelfeld listen.

Das neue Online-Tool erlaubt einer breiten Fachöffentlichkeit, die sechs empirisch identifizierten Constellations of State Fragility auf Karten und in Diagrammen auszuwerten und zu vergleichen – ebenso wie die Daten der staatlichen Kernfunktionen und der zehn Basis-Indikatoren, wie z.B. die Kindersterblichkeitsrate.

Die Datenbank und das Online-Tool wurden im Forschungsprogramm Politische Ordnung, Werte und Frieden des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) und mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) entwickelt.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

Publikationen