Krisen, Kriege und Konflikte – Entwicklungszusammenarbeit als Retter in der Not?

Veranstaltungsart
Podiumsdiskussion

Ort/Datum
Bonn, 24.04.2018

Veranstalter
53. Kurs des Postgraduierten-Programms des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)


Staatliche Fragilität, bewaffnete Konflikte und großflächige Gewalt zu verhindern ist eine der zentralen Herausforderungen internationaler Politik. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit hat sich die Bedeutung von Krisenprävention und Konfliktbearbeitung fest etabliert.

Tatsächlich sind über die Hälfte der Kooperationsländer der deutschen Entwicklungspolitik zumindest in Teilen ihres Staatsgebiets von Konflikt, Fragilität oder Gewalt betroffen. Die negativen Folgen für die Entwicklungschancen dieser Gesellschaften sind offenkundig: Die Bevölkerung ist mehr als doppelt so häufig unterernährt wie in anderen Ländern des Globalen Südens und mehr als dreimal so viele Kinder gehen dort nicht zur Schule. Bewaffnete Konflikte kosten ein durchschnittliches Entwicklungsland 30 Jahre seines BIP-Wachstums und ein Fünftel mehr Menschen leben dort unterhalb der Armutsgrenze als in Ländern ohne Gewalterfahrung. Weiterhin führt der Mangel eines staatlichen Gewaltmonopols oftmals dazu, dass Drehscheiben für organisierte Kriminalität und Terrorismus leichter entstehen.

Dem Anspruch der Entwicklungspolitik, Fragilität und Konflikte einzudämmen, steht der Anschein der Vergeblichkeit angesichts der Vielzahl globaler Krisen gegenüber. Allerdings erleben Post-Konflikt-Gesellschaften, die mehr internationale Unterstützung erhalten haben, seltener Rückfalle in einen Bürgerkrieg. Es fragt sich also, welche Erwartungen die Entwicklungszusammenarbeit tatsächlich erfüllen kann und was zugleich nötig ist, damit sie nicht unter ihren Möglichkeiten bleibt.

Über diese und weitere Diskussionspunkte debattieren unsere Gäste:

  • Mark Mattner, Programmleiter des GIZ Sektorprogramms „Frieden und Sicherheit, Katastrophenrisikomanagement“
  • Natascha Zupan, Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Entwicklung (FriEnt)
  • Anthea Bethge, Geschäftsführerin von EIRENE (Internationaler Christlicher Friedensdienst)
  • Jörn Grävingholt, Projektleiter im Forschungsprogramm Transformationen politischer (Un-)Ordnung am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

 

Im Anschluss der Diskussionsrunde ludt der 53. Kurs des Postgraduierten-Programms zu einem Empfang und einer Ausstellung zur Arbeit der Entwicklungspolitik in Krisen- und Konfliktregionen.


Veranstaltungsinformation

Datum / Uhr
24.04.2018 / 17:00 - 19:00

Ort
Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
Tulpenfeld 6
53113 Bonn