Sustainable Public Procurement – Integrating Research for Successful Implementation

Veranstaltungsart
Dialog- und Transferforum

Ort/Datum
Lund, 26.09.2018 bis 28.09.2018

Veranstalter
Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW), Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)


Als Unterziel 12.7 ist nachhaltige öffentliche Beschaffung ein zentrales Instrument der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, um nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster umzusetzen. Trotz der enormen potenziellen Hebelwirkung der öffentlichen Nachfrage für eine Transformation in Richtung Nachhaltigkeit mangelt es an akademischen Studien im Themenfeld. Vom 26.-28. September 2018 tauschte sich daher eine Gruppe international renommierter Wissenschaftler zu aktuellen Projekten und Forschungslücken sowie zu gemeinsamen Publikationsmöglichkeiten aus. Der Workshop fand an der Universität Lund statt und war Teil eines DIE-Projekts, welches nachhaltige Beschaffungspraktiken auf Kommunalebene weltweit untersucht. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt (SKEW) durchgeführt und aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Als lokaler Kooperationspartner des Workshops fungierte darüber hinaus das schwedische International Centre for Local Democracy (ICLD).

Die inhaltlichen Diskussionen in Lund wurden anhand von drei Leitfragen strukturiert:

  1. Wie stellt sich die Governance nachhaltiger Beschaffung auf kommunaler Ebene dar und wie kann sie zielführend beeinflusst werden?
  2. Lassen sich Ziele nachhaltiger Beschaffung und der Innovationsförderung verknüpfen?
  3. Inwieweit fördert oder hemmt der jeweilige regulatorische Rahmen die Einführung nachhaltiger Beschaffungspraktiken?


Zum ersten Thema stellte Paula Trindade vom National Laboratory of Energy and Geology in Portugal ihren Ansatz einer Sustainable Public Procurement Toolbox vor. Dieses Instrument ist auch online nutzbar und unterstützt Kommunen dabei, Unterstützungsbedarfe bei der Implementierung nachhaltiger Beschaffungspraktiken zu identifizieren und umzusetzen. Insgesamt waren sich die anwesenden Experten einig, dass insbesondere zu Change-Management-Prozessen in Kommunen eklatante Forschungslücken bestehen.

Im zweiten Themenfeld sprach sich Charles Edquist von der Universität Lund in seinem Beitrag für funktionale anstelle produktbasierter Beschaffungsgrundsätze als Treiber für Nachhaltigkeit und Innovation aus. Es solle kein spezifisches Produkt, sondern vielmehr eine zu erfüllende Funktion und/oder ein zu lösendes Problem in den Ausschreibungsunterlagen beschrieben werden. Wie die Grundlagen der kommunalen Beschaffungspraxis mit diesem Wandel in der Zieldefinition verknüpfbar sind, wurde als weitere offene Forschungslücke identifiziert.

Im dritten Themenfeld unterbreitete Geo Quinot von der Universität Stellenbosch in seinem Input den Vorschlag, regulatorische Rahmenbedingungen aus drei Perspektiven zu analysieren: Downstream (instrumentelle Sicht auf das Ergebnis des Beschaffungsprozesseses), Midstream (Fokus auf dem Ablauf des Beschaffungsprozesses), Upstream (Fokus auf dem Prozess der Anschaffung am Markt). Das potentielle Ergebnis dieses Ansatzes, nämlich eine ganzheitlichere Sicht auf regulative Treiber und Hemmnisse für nachhaltige öffentliche Beschaffung zu generieren, wurde als wichtige Forschungslücke identifiziert.

Von den Teilnehmern des Workshops wurde dessen interdisziplinäre Zusammensetzung als innovatives und wichtiges Element hervorgehoben. Auch das Zusammenbringen von Wissenschaftlern des Nordens und des Südens ginge über die gängige Praxis hinaus. Es wurde beschlossen, gemeinsam ein Publikationsprojekt in Angriff zu nehmen. Die Teilnehmenden wollen dazu beitragen, die Erkenntnislücke im Themenfeld zu verkleinern und so dem „Transformationshebel“ öffentliche Beschaffung neue Zugkraft verleihen.


Veranstaltungsinformation

Datum / Uhr
26.09.2018 bis 28.09.2018 / 08:00 - 18:00

Ort

Lund

-- Teilnahme auf Einladung --

Workshop

© German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)