Impulse zur Umsetzung der Zukunftscharta „Eine Welt – Unsere Verantwortung“

Veranstaltungsart
Bonner Dialogforum Zukunftscharta

Ort/Datum
Bonn, 21.05.2015

Veranstalter
Stadt Bonn, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE) & Engagement Global gGmbH / Servicestelle Kommunen in der Einen Welt


Viele der an der Erarbeitung der Zukunftscharta beteiligten Organisatoren sind in Bonn beheimatet. Als Themenpaten haben die stellvertretende Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE), Imme Scholz, und der Leiter des Zentrums für Entwicklungsforschung, Joachim von Braun, den Dialogprozess federführend begleitet, ebenso eingebracht haben sich viele andere Bonner Akteure.

Mit den zahlreichen hier ansässigen Expertinnen und Experten, die in den Entstehungsprozess der Zukunftscharta eingebunden waren, haben wir darüber diskutiert, wie es mit den 2014 entwickelten Leitsätzen der deutschen Entwicklungsagenda nun weiter gehen kann. Akteure und Themenpaten reflektierten den Entstehungsprozess und diskutierten mit der interessierten Fachöffentlichkeit, wie Überlegungen zur Umsetzung der Zukunftscharta, insbesondere auf der kommunalen Ebene, aussehen können. Im Dialog wurde erörtert, welche Ansätze der Charta sich für konkrete Aktivitäten und Kooperationen eignen könnten, wie eine Umsetzung auch auf der lokalen Ebene in Bonn konkret aussehen könnte und welcher Voraussetzungen das bedürfte. Die in einem Gedankenpapier dokumentierten Ergebnisse können in ein „Bürger-Zukunftsforum“ einfließen, das für die zweite Jahreshälfte angedacht ist.

Was bedeutet es für eine Kommune wie die Bundesstadt Bonn, die Ziele der Zukunftscharta „Eine Welt – Unsere Verantwortung“ zu verfolgen? Wie kann sie Verantwortung übernehmen, um international etwas zu verändern? Um diese Fragen zu diskutieren, hatten die Stadt Bonn, das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und Engagement Global am 21. Mai zum Bonner Dialogforum Zukunftscharta ins Alte Rathaus eingeladen.

Die Zukunftscharta beinhaltet die Vision einer gerechteren und faireren Welt. Nach ihrer konzeptionellen Entwicklung muss sie nun in die Realität umgesetzt werden. Dafür ist die gesamte Gesellschaft gefordert und muss auf kommunaler Ebene beginnen.

Einig waren sich die fast hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer darin, dass ein Umdenken, vielleicht sogar ein Paradigmenwechsel stattfinden müsse. Entwicklungspolitik muss ihren Weg finden von der Ebene der Politiker, Diplomaten, und Bürokraten, hinein in die Zivilgesellschaft, in Vereinshäuser, hinaus auf die Straße. Verlasse man sich nur auf die traditionelle Entwicklungspolitik, dann gebe es Grenzen, sagte die stellvertretenden Direktorin des DIE, Imme Scholz, zum Auftakt der Veranstaltung. „Wir wollen weg davon, dass man mit einer Aussage über Entwicklungszusammenarbeit fehl am Platz auf einem Grillabend ist“, sagte auch Michael Krake, Leiter Strategische Planung und Steuerung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). „Wichtig ist es, über globale Effekte nachzudenken, die durch das entstehen, was man auf Bundesebene tut“, so Imme Scholz und fügte hinzu: „Wir müssen die positiven Effekte stärken.“

Der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch setzt sich dafür, dass Bonn auf dieser Ebene eine Vorreiterrolle einnimmt. Er sieht es als Verpflichtung der ehemaligen Bundeshauptstadt, sich zu beteiligen. Die Frage lautete daher: Was kann Bonn konkret unternehmen? An neun Thementischen – etwa zu neuen Partnerschaften auf lokalen Ebenen, zu einer global nachhaltigen Kommune, der Rolle der wissenschaftlichen Politikberatung und der Rolle von Jugend und Bildung – diskutierten Menschen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft.

Am Tisch des DIE ging es vor allem darum, wie man die Gesellschaft mit in die Diskussion einbeziehen kann. Themenpartnerin Okka Lou Mathis, wissenschaftliche Mitarbeiterin am DIE, warf dazu einige Fragen in den Raum: Welche Kommunikationsstrategien gibt es? Wie können wir das Thema Entwicklungszusammenarbeit übersetzen, so dass es jeder versteht? Wie erreichen wir auch Jugendliche? In mehreren Diskussionsrunden wurde klar, dass wir verstärkt junge Menschen mit in die politischen Prozesse einbinden müssen, um unsere Welt zukunftsfähig zu gestalten.

Leitfragen:

  • Wie können die nächsten Schritte zur Umsetzung der Zukunftscharta aussehen?
  • Wie könnte dies insbesondere auf der lokalen Ebene realisiert werden?
  • Welche neuen Multi-Akteurs-Partnerschaften wären im Bonner Raum denkbar?
  • Welche konkreten, praktischen Schritte sind für eine Realisierung notwendig?
  • Was bringen die Bonner Akteure in die neuen Partnerschaften ein?
  • Welche Voraussetzungen und Ressourcen sind dafür zu schaffen?


Programm:

17:00 Uhr
Begrüßung: Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister der Stadt Bonn

Gesprächsrunde: Zukunftscharta – wie geht es weiter?

  • Michael Krake, Referatsleiter "Strategische Planung und Steuerung", Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
  • Imme Scholz, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE), Themenpatin zur ökologischen Dimension
  • Jürgen Nimptsch, Oberbürgermeister der Stadt Bonn
  • Moderation: Patrick Leusch, Deutsche Welle


Thementische Multi-Akteurspartnerschaften in Bonn

Was bedeutet die Zukunftscharta für Bonn? Welche neuen Partnerschaften sind denkbar? Was können die Beteiligten einbringen und was brauchen sie?

  • Tisch 1 - Neue Partnerschaften auf der lokalen Ebene
    Stefan Wagner
    Leiter des Amtes für Internationales und globale Nachhaltigkeit, Stadt Bonn
  • Tisch 2 - Global nachhaltige Kommune
    Stefan Wilhelmy
    Abteilungsleiter Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, Engagement Global
  • Tisch 3 - Die Rolle der wissenschaftlichen Politikberatung
    Okka Lou Mathis
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
  • Tisch 4 - Die Rolle der Unternehmen
    Michael Pieck
    Pressesprecher, IHK Bonn/Rhein-Sieg
  • Tisch 5 - Politische Mitwirkung in internationalen Netzwerken
    Christiane Overmans
    Vorsitzende des Ausschusses „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“, Rat der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE)
  • Tisch 6 - Die Rolle von Jugend und Bildung
    Christian Osterhaus
    Geschäftsführer, Don Bosco, Don Bosco JUGEND DRITTE WELT e.V.
  • Tisch 7- Die Rolle der Zivilgesellschaft
    Anke Kurat
    Stellv. Geschäftsführung, VENRO - Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V.
  • Tisch 8 - Partnerschaften für Klimagerechtigkeit
    Sven Harmeling
    Vorstandsmitglied, Germanwatch


Schlussrunde mit Imme Scholz
und Michael Krake


Veranstaltungsinformation

Datum / Uhr
21.05.2015 / 17:00 - 19:00

Ort
Altes Rathaus, Bonn

© German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

Die Highlights des Zukunftscharta Dialogprozesses

Die Highlights des Zukunftscharta Dialogprozesses