Zwischenstopp Addis – Auf dem Weg zu neuen Nachhaltigkeitszielen

Veranstaltungsart
Fachtagung

Ort/Datum
Berlin, 30.06.2015 bis 01.07.2015

Veranstalter
German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE),
Deutsche Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DVGN),
SDSN Germany


Der derzeitige Vorschlag der Open Working Group von 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs)  - 16 Ziele zu inhaltlichen Themenfeldern und ein Ziel zu den Umsetzungsinstrumenten - Means of Implementation (MoI) - ist wesentlich umfassender als die 2015 auslaufenden Millenniumsentwicklungsziele (MDGs). Die neuen Ziele sprechen Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion, Ungleichheit in und zwischen Ländern, Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit, den Klimawandel und eine Reihe von sozialpolitischen Zielen an. Gute Regierungsführung und Herstellung von Frieden sind ein eigenständiges Ziel.

Die 17 Ziele definieren eine universelle Agenda, die für alle Länder Gültigkeit haben soll. Das ist politisch ein Fortschritt, denn es wird anerkannt, dass wirtschaftliche und soziale Entwicklung, Umwelt- und Klimaschutz, Menschenrechte, Frieden und Gewaltfreiheit zusammenhängen, und dass sich die Welt nicht in "entwickelte" und Entwicklungsländer aufteilen lässt.

Umsetzbar werden diese Vorhaben jedoch nur sein, wenn einerseits Finanzströme wesentlich angehoben und verbessert, andererseits auch die globalen Rahmenbedingungen grundlegend reformiert würden.

Vorgeschlagen ist, den Finanzierungsbedarf für die Umsetzung der SDGs aus einer Kombination von Steuermitteln und Darlehen im jeweiligen Land, sowie aus öffentlichen Entwicklungshilfegeldern (ODA), Privatsektorinvestitionen und Öffentlich-Privaten Partnerschaften (PPPs) zu decken. Auch "neue Geber" wie China, Südkorea, Brasilien oder Indien und die BRICS-Bank, sowie große philantropische Stiftungen sollen für erhöhte Finanzströme sorgen. Hinzu kämen zusätzliche finanzielle Beiträge des "Nordens" zur Finanzierung der nötigen klimapolitischen Investitionen und Umrüstungen im Süden.

Jedoch, selbst wenn sich die finanziellen Mittel aufbringen ließen, sind grundlegende Reformen in den Bereichen internationaler Handel, Investitionsabkommen, Entschuldungspolitik, internationaler Finanzsektor, Steuerpolitik, Technologietransfer und Intellectual Property Rights, mindestens ebenso wichtig. Politikkohärenz zwischen unterschiedlichen Politikfeldern wie Agrarpolitik und Entwicklungspolitik, oder Fischereipolitik, Artenschutz und Klimawandel muss hergestellt werden, um günstige und entwicklungsfördernde Rahmenbedingungen zu schaffen

Wenn über die Umsetzungsinstrumente keine Einigkeit erzielt wird, werden die SDGs Makulatur. Wenn sie aber einbezogen werden in die SDGs, könnte das eine neue Phase in der Entwicklungszusammenarbeit einleiten.

Die Fachtagung wurde von der DGVN gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (DIE) und in Kooperation mit dem Sustainable Development Solutions Network (SDSN) Germany ausgerichtet. Sie zielte darauf ab, die Bedeutung der Umsetzungsinstrumente für die SDG-Agenda hervorzuheben, Erfordernisse von finanziellen und nicht-finanziellen Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit zu benennen und im Vorfeld der Third International Conference on Financing for Development (FfD) in Addis Abeba, vom 13.-16. Juli 2015 Handlungsrahmen und -optionen aufzuzeigen.


Veranstaltungsinformation

Datum / Uhr
30.06.2015 bis 01.07.2015 / 17:30 - 16:30

Ort
Tagungszentrum Hotel Aquino
Katholische Akademie
Hannoversche Straße 5
10115 Berlin

Impressionen

© German Development Institute / Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)

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