Förderung von Multi-Stakeholder Ownership in der schwedischen Entwicklungszusammenarbeit

Die Studie wird im Auftrag der schwedischen Expertengruppe für entwicklungspolitische Analysen (Expertgruppen för Bistandsanalys EBA) durchgeführt. Sie untersucht erstens, welche Bedeutung Ownership, d.h. Eigenverantwortung der Partner und anderer Beteiligter in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) unter heutigen Bedingungen spielt. Zweitens zeigt sie auf, wie die schwedische EZ mit ihrem Programm und ihren Instrumenten und Verfahren diese Eigenverantwortung fördert und in Zukunft fördern kann.

Projektleitung:
Stephan Klingebiel

Projektteam:
Sarah Holzapfel
Niels Keijzer
Fabian Scholtes
Murad Ali
Charlotte Ornemark

Finanzierung:
Expertgruppen för Biståndsanalys (EBA)

Status:
2017 - 2018 / Laufend

Projektbeschreibung

Ownership ist seit vielen Jahren ein wesentlicher Aspekt von Entwicklungszusammenarbeit. Gemeint ist damit – bei aller Vielschichtigkeit des Begriffs – die maßgebliche Mitgestaltung und die Übernahme von Verantwortung für Kooperationen durch die Partnerländer selbst. Dies wird nicht nur als Ausdruck von Selbstbestimmung, sondern auch als wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit solcher Programme postuliert, z.B. weil den Programmen andernfalls Legitimität, politischer Rückhalt und die notwendige Kompatibilität mit lokalen Bedürfnissen und Voraussetzungen fehlt.

Noch vor wenigen Jahren wurde Ownership dabei im Wesentlichen als Merkmal der Beziehung zwischen Geber- und Partnerlandregierung verstanden. Heute führen u.a. wichtige Veränderungen im Feld der EZ dazu, dass Ownership als Multi-Stakeholder Ownership verstanden werden muss. Mehr und andere Akteure auf unterschiedlichen Ebenen verlangen Mitsprache bzw. ihre Teilhabe und Mitgestaltung wird als erfolgsrelevant angesehen, umso mehr als die Ziele von EZ, wie sie etwa in den Sustainable Development Goals fixiert sind, heute globaler und komplexer sind und Zusammenarbeit über viele Bereiche hinweg verlangen. Zugleich lassen aktuelle Entwicklungen wie z.B. die steigende Tendenz in zahlreichen Ländern, Zivilgesellschaft in ihrer kritischen Rolle und ihrer Mitsprache einzuschränken (‚shrinking space‘) die Förderung von breiterer Ownership und Mitbestimmung umso wichtiger erscheinen.

Dabei ist keineswegs eindeutig, wie Ownership gerade auch unter heutigen Bedingungen von EZ, etwa mit einer immer größeren Vielfalt von Akteuren, Zielen, Instrumenten usw. erreicht werden kann und zur Wirksamkeit von Kooperationen konkret beiträgt. Die Studie systematisiert hierzu zunächst den Kenntnisstand in Forschung und in der Praxis unterschiedlicher Geber und entwickelt einen kohärenten Rahmen zum Verständnis von Ownership in der EZ. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, wie die schwedische EZ mit ihren Verfahren, Strategien und ihrem Portfolio an Entwicklungskooperationen Ownership in den Partnerländern und im internationalen Dialog fördert und welche Möglichkeiten es gibt, dies noch zu verbessern.

 

 

Projektkoordination

Benjamin Heil

Links

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