Überwindung von Inkohärenzen in der Umsetzung des Klimaabkommens von Paris und der Agenda 2030

In diesem Projekt wird untersucht, ob und wie Zielkonflikte und politische Inkohärenz zwischen Klima- und anderen Nachhaltigkeitszielen ihre Umsetzung auf nationaler Ebene behindern. Zudem wird auch transnationalen und internationalen Verflechtungen Aufmerksamkeit geschenkt, sowie Governance-Optionen zur Realisierung von Synergien in verschiedenen Länderkontexten. Ein vergleichender Forschungsansatz mit bis zu zehn Ländern (u.a. Deutschland, Schweden, Kenia, Südafrika, Philippinen und Sri Lanka) ermöglicht ein besseres Verständnis und einen Überblick über diverse Bedingungen, z.B. in Bezug auf Einkommensniveau, Klimaanfälligkeit und Herausforderungen der Energiewende. Das Projekt zielt darauf ab, umsetzbare Erkenntnisse von spezifischer Relevanz für die ausgewählten Länder zu entwickeln und zu internationalen Best Practices beizutragen. In diesem Bestreben wird das Projekt internationale Institutionen und Interessenvertreter*innen aktiv einbeziehen und einladen mit ihrem Wissen beizutragen, um gleichzeitig von den Forschungsergebnissen zu profitieren.

 

Im Rahmen des Projekts soll ein integratives, vielfältiges und interdisziplinäres internationales Partnerkonsortium aufgebaut werden, welches in einem längerfristigen Forschungsprogramm münden soll.

Projektleitung:
Sander Chan
Åsa Persson (SEI)

Projektteam:
Ramona Hägele
Gabriela Iacobuta
Hannah Janetschek

Finanzierung:
FORMAS

Von:
2019 - 2019 / Laufend

Kooperationspartner:
Stockholm Environment Institute (SEI) and Linköping University (Liu)

Projektbeschreibung

Es bleiben nur noch elf Jahre bis zur Erreichung der 17 Ziele der Agenda 2030. Dennoch ist bisher kein Land auf dem direkten Weg, alle SDGs bis 2030 zu erfüllen. Ebenso sind die Länder nicht auf dem richtigen Weg, um einen Wandel zu kohlenstoffarmen und klimaresistenten Gesellschaften zu erreichen, wie es im Pariser Abkommen vorgesehen ist. Um die Ambitionen der Klimaziele und deren Umsetzung zu garantieren, dürfen die Klimaschutzmaßnahmen nicht durch Bemühungen zur Erreichung der SDGs untergraben werden und umgekehrt. Um Synergien zwischen dem Klimaschutz und den SDGs zu realisieren, sind neue Instrumente und Anreize notwendig, aber auch ein gutes Verständnis der Barrieren vor Ort. Häufig sind diese Barrieren in politischen Institutionen und Systemen verankert.

Diese Forschungsinitiative wird die kritischsten Zielkonflikte und Ursachen politischer Inkohärenz sowie die ungenutzten Synergien im Hinblick auf nationale Klimaschutzmaßnahmen und eine breitere Nachhaltigkeitsplanung aufzeigen. Durch ein intensives Engagement mit politischen Entscheidungsträger*innen und Interessensgruppen wird das Projekt umsetzbare Erkenntnisse zur Überwindung von Inkohärenz aufzeigen. Zudem wird auf den bisherigen Erfahrungen des DIEs bei der Entwicklung von Tools aufgebaut, die die Identifizierung von Synergien erleichtern und die Kohärenz verbessern, wie beispielsweise das NDC-SDG-Connections Tool.

Im Mittelpunkt stehen Konflikte und Synergien zwischen Klimamaßnahmen (SDG 13) und drei Themengebieten der nachhaltigen Entwicklung:
• Der Nexus zwischen Nahrung, Wasser, Energie und Land (SDGs 2, 6, 7 und 15);
• Wirtschaftswachstum und verantwortungs- bewusster Konsum und Produktion (SDGs 8, 9, 12);
• Armut und Ungleichheit (SDGs 1, 5, 10)

Publikation

Projektkoordination

Alexander Knabe

Aktuelle Publikationen

„Klimamigration“ in Subsahara-Afrika: Trends und grundlegende Empfehlungen für die Entwicklungszusammenarbeit

Schraven, Benjamin / Stephen Adaawen / Christina Rademacher-Schulz / Nadine Segadlo
Analysen und Stellungnahmen 10/2019

Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
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